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Das Dorpendium im Druck, Teil 4: Die Textarbeit

Oktober 16, 2010

Hallo zusammen!

Eigentlich hatte ich gedacht, die Arbeit an den Texten des Dorpendiums würde sich als „no-brainer“ erweisen. Klar, hier was mehr Rechtschreibung und da eine Prise Zeichensetzung mehr, aber sonst  halt den alten Text nehmen und gut.
In der Praxis erwies sich das in einigen, wenigen Punkten allerdings durchaus als kniffliger.

Während das Grundregelwerk in einem sehr konzentrierten und komprimierten Zeitfenster entstanden war, hat das Dorpendium einen jahrelangen Reifeprozess erlebt. Das hat vielen Gags sicherlich gut getan und ich war, obwohl vieles in dem Buch sogar von mir mitgeschrieben wurde, bei der Lektüre wieder einmal sehr von unserem eigenen Werk überrascht. Es steckt voller Gags und – was ich noch wichtiger finde – viele der Gags sind durch einen stärkeren Popkultur- und einen geringeren „die echten Menschen hinter der DORP“-Bezug wesentlich zugänglicher für den Rest der Welt und, na ja, auch wichtig, halt auch wirklich witzig.
Eine konstante Schreibperspektive aber hat das Buch beispielsweise nur bedingt. Manchmal sind es im Grunde Kurzgeschichten, manchmal halt erklärende Texte im klassischen Rollenspiel-Stil. Teils aber bricht das Buch auch durch die vierte Wand und richtet sich direkt an den Leser oder bezieht diesen gleich mit ein. Wir haben darüber diskutiert, aber haben uns letztlich dafür entschieden, auch diese obskure Eigenart des Buches zu belassen, einfach, weil sie irgendwie zur Gesamterfahrung des Dorpendiums dazu gehört.

Wir haben das Buch natürlich, wie auch schon das Grundregelwerk, einem neuerlichen Lektorat unterzogen und dabei einige durchaus nennenswerte Funde gemacht. So fragte ich mich bei der Einarbeitung der zahlreichen Anmerkungen durch Scorp schon, ob eine „pansische“ Flucht wohl etwas mit Kuhmägen zu tun hat, wie zum Geier man statt „Körper“ aus Versehen „Kärger“ tippen kann und vor allem, was denn wohl ein „Umweltschütze“ ist.
Aber nun gut, all das und noch viel mehr ist behoben, obschon man sagen muss, dass das Dorpendium sich gemessen an anderen Lektoratsschlachten bei uns als sehr harmlos erwiesen hat. Und das, obwohl sich niemand mehr erinnern kann, ob jemand und wenn, wer die bisherige Fassung gegengelesen hat.

Das Buch kommt dabei übrigens unzensiert, obschon an mehreren Stellen im Lektorat Anmerkungen wie „öhem“ zu finden waren. Das Dorpendium ist kein Buch für Kinder, ganz eindeutig nicht.
Es ist allerdings tatsächlich um zwei Kapitel gekürzt. Es gibt in der Download-Fassung zwei Kapitel, die nur aus – dafür aber ausufernd langen – Einleitungszitaten bestehen. Eine Anspielung darauf, dass man in einigen Rollenspiel-Büchern der 90er mehr aus den Einleitungszitaten machen konnte als aus dem Text, der danach folgte.
Raus sind die beiden Seiten aus einem einfachen Grund: Rechtliche Sicherheit. Aber ganz im Ernst: Es ist ja jetzt auch nicht so, als würden wir euch da jetzt um irgendwelche Spitzen-Gags betrügen. Umgekehrt sind wir so aber einfach auf der sichereren Seite.
Und zu lachen gibt es noch immer viel. Sehr viel.

Der kommende und fünfte Beitrag dieser Reihe wird dann noch auf das Layout der Neuauflage eingehen und ein wenig dazu verraten. Alles sieht perfekt aus derzeit, eine pünktliche Veröffentlichung des Buches scheint zu gelingen.

Viele Grüße,
Thomas