Blog der verlorenen Geschichten

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dorp10Lang ist die Geschichte der DORP und kurvenreicher als manch berühmtes Model. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass es einige Inhalte gibt, oder vielmehr gab, die heute einfach nicht mehr zu erreichen sind. Genau diesen sei der heutige Jubiläumsartikel gewidmet.

Vieles von dem, was wir dereinst online hatten, ist eigentlich gar nicht mehr der Rede wert. Mittelprächtige, aber furchtbar veraltete Shadowrun-Abenteuer, einen wenig passablen DSA-Dungeon Crawl, ein vielleicht noch tragbares AD&D-Kampagnentagebuch und einige Earthdawn-Jugendsünden sind beispielsweise so Produkte, über den ich den türkisfarbenen Mantel des Schweigens mit Vergnügen ausbreite.

Aber es gibt da durchaus auch einige Relikte, an die ich gerne zurückdenke.

apokalypsecoverDas wohl größte Highlight für mich war die Warhammer-Kampagne „Apokalypse“. In ingesamt sechs Abenteuern erschien darin eine Geschichte von weltumspannender Tragweite (natürlich, wie auch sonst) rund um ein mögliches Ende der Alten Welt, kosmische Prophezeiungen und dunkle Omen.
Das Ganze war eingebettet in die Innere Feind-Kampagne spielbar, so dass das Finale kurz vor „Empire in Flames“ stattfinden konnte – sogar als möglicher Ersatz für „Something Rotten in Kislev“, auch wenn ich immer Spaß hatte an dem Pseudo-Russland-Exkurs der alten Kampagne. Zum Feeling der Alten Welt passte die Kampagne stellenweise eher wie Spargel zu roter Grütze, was dennoch nichts daran änderte, dass damals viele Leute scheinbar Spaß an meinem Werk hatten, weshalb sich Scorp das dann auch noch mal vorgenommen und neu gelayoutet hat.
Theoretisch hätte mit „Armageddon“ auch einmal ein Sequel erscheinen sollen, aber gemeinsam mit meiner damaligen Warhammer-Runde starb dann auch das.

Ebenfalls spannend war damals ein Shadowrun-Download, den wir „Ares Arms & Equipment Guide“ genannt hatten und der, wenn auch etwas wacklig in der Ausführung, vom Ansatz her durchaus spannend war: Es ging um Ausrüstung. Und das war, dem Titel zum Trotz, vor allem in Abgrenzung zu Waffen zu sehen, denn hier ging es eher um freakige Geräte, Gadgets und Chemikalien, die das Spiel würzen sollten.
Geschrieben ist es, wie so vieles aus der Frühzeit der DORP, von mir, illustriert aber leider auch. Bewaffnet mit irgendeinem uralten Render-Programm, das meine ich damals eine Graphiksoftware aus dem Aldi beigelegen hat, illustrierte ich, was das Zeug hielt. Die Bilder sind im Endeffekt ganz sicher nicht schön gewesen, aber hey, immerhin gab es da welche. War zu unserer Anfangszeit auch nicht immer so.
Aber ich bin schon ganz stolz, dass aus Runden, die teilweise zu meinem Leidwesen sehr auf „Boah, guck mal, ’ne Panther Sturmkanone!“ fixiert waren, so etwas erwachsen ist.

Doch auch auf der Hauptseite selber gab es da so Bereiche, die heute über keinen regulären Gang mehr zu erreichen sind. Allen voran: die DORP-Doku. DORP-Doku, das war unser Chiffre für die satirischen Schwestern und Brüder unserer echten, redaktionellen Berichte. So gab es zu zwei Fahrten zum NordCon jeweils einen begleitenden Beitrag, in dem ein Mal Marcel und ein Mal Scorp ihre teils sehr zynischen „Urlaubsberichte“ einreichten. Als wir, inspiriert von den „Tales from the Floating Vagabond“ damals aus der seligen Wunderwelten, tatsächlich mal Schritte in eine Richtung gemacht haben, die wir LARP hätten nennen können, wenn wir uns getraut hätten, war die DORP-Doku dabei. Und als die alte WoD ein Ende fand, begingen Scorp, Marcel und ich die Trauerfeier würdevoll mit zwei Episoden Kindred: the Embraced, dem Hunter-Spiel für den GameCube und einem Kasten Cab. Und schrieben dann darüber.

All das, und noch viel mehr, ist heute nicht mehr zugänglich. Immer wieder fragen wir uns, ob wir das nicht ändern sollten. Im Falle der DORP-Dokus ist die Antwort da sogar offenkundig und wir werden es ändern, vermutlich auch noch in diesem Jahreslauf mit einem weiteren Sonderband zum Jubiläum.

Aber wie sieht es mit dem Rest aus?
Hättet ihr Interesse an inhaltlich mehr oder weniger aufpolierten Neufassungen von Werken wie der Apokalypse-Kampagne oder dem Gadget-Buch für Shadowrun? Das wäre jetzt eure Gelegenheit, hier oder per Mail eure Liebe für unsere Altwerke zu verkünden. Dann wandern sie vielleicht doch noch mal auf den Release-Plan.

Für heute sei mein Blick zurück auch schon beendet. Nächsten Monat geht es dann um ein ganz spannendes Thema: Die lange vergriffenen, streng limitierten Druckauflagen des DORP-Rollenspiels!

Viele Grüße,
Thomas

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6 Antworten to “Blog der verlorenen Geschichten”

  1. amel Says:

    Da ich gerade erst Warhammer für mich entdeckt habe, fänd ich eure Apokalypse-Kamgagne schon interessant 🙂 Vielleicht findet ihr ja mal die Zeit dafür.

  2. Scorpio Says:

    Ah, „Der Teddy muss sterben“… Ein großartiger und sehr passender Abgesang auf die alte World of Darkness!

  3. Scorpio Says:

    Ah, “Der Teddy muss sterben”… Ein großartiger und sehr passender Abgesang auf die alte World of Darkness!

  4. Samhain Says:

    schließe mich da amel an.
    finde eure sachen sowieso alle super. Also weiter so!

  5. Marcel Gehlen Says:

    „Die lange vergriffenen, streng limitierten Druckauflagen des DORP-Rollenspiels!“

    Was heißt hier lange vergriffen?

    Ein Softcover habe ich noch. 🙂
    Wir können da Gladiatorenkämpfe drum veranstalten.

  6. Zyniel Says:

    Ich hatte zwar bisher geplant in Zukunft erst einmal die „Nach dem Sturm“ Kampagne auf meine Spieler loszulassen aber ich bin trotzdem neugierig was man bei „Apokalypse“ zu erwarten hat, demmach würde ich mich darüber freuen wenn das alte Material neu aufgelegt wurde.
    An einen Bericht von Abschied von der alten WoD erinnere ich mich dunkel, keine Ahnung wo oder wann das gewesen sein musste

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