Downloads die es niemals gab: Die Stadt (nWoD)

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Morgen zusammen!

Der Download, auf den ich heute kurz zu sprechen kommen wollte, ist etwas komplex zu erklären; eigentlich sind es fast drei unterschiedliche Downloads, die aber irgendwie dann alle nicht erschienen sind.

Angefixt vom großen Potential der neuen WoD-Regeln für Sterbliche entstanden nicht nur etwa die bei uns verfügbaren Scouts of Darkness und Der Schneesturm, oder aber das ebenso unterwegs auf der Strecke gebliebene, aber hier noch nicht vorgestellte Goldene Türme, sondern auch eine seltener gespielte Kampagne unter der Spielleitung von Matthias. Vor allem Markus, Ralf und ich, später dann auch noch Néo folgten der Reihe, die alleine unter dem Namen Die Stadt lief.
Die Grundidee war recht einfach, aber schön: Die titelgebende Metropole, die wir im Spiel nie benannt haben, war eine Art Archetyp der „Stadt der Dunkelheit“, in der einfach alles im Endeffekt negativ war. Das heißt nun nicht, dass es eine Stadt der Slums und Drecksviertel war, oh nein. Aber im Grunde war da, wo der Reichtum dominierte, alles von Habsucht und Neid geprägt, Machtspiele bedingten das Bild der alltäglichen Politik und am untersten Ende der Futterkette waren es dann Gewalt und der ganz persönliche Sündenfall.
Matthias leitete einige Abenteuer in dem Setting und spielte sehr schön mit aktuellen, kulturellen Ereignissen; so hatten wir es etwa mit mordenden Jugendlichen zu tun, die sich über eine Art Internet-Netzwerk miteinander verbanden und miteinander kommunizierten. Keine politische Stellungnahme gegen Videospieler oder so etwas, aber einfach das schöne Aufgreifen und Verstärken von Dingen, die man gerade in den Nachrichten hörte.
Also bat ich Matthias, das doch mal nieder zu schreiben.

Bevor es dazu kam, wie steckten damals auch mitten im Übergang von SWoD zu SSWoD, was genug Zeit fraß, nahm die Kampagne eine radikale Wendung: Ein Engel erschien.
Glückseligkeit und Frieden machten, von durchschaubarer Oberflächlichkeit, in der Stadt die Runde und nur unsere Charaktere, wie immer zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, waren noch im alten Gedankengut. Es stimmte was nicht, offenbar waren eigenartige Müllmänner darin verwickelt und insgesamt schien die Realität irgendwie Schaden genommen zu haben, also ermittelten wird.
Was sich uns zeigte war eine ziemlich philosphisch angehauchte Tour durch etwas, was eine Mischung aus unserem alten Setting und wahlweise „Dark City“ oder aber „Simulacron 3″ zu sein schien – und da ich das sehr cool fand, bat ich Matthias, das doch mal als Download zu verarbeiten.

Er fand aber auch dieses Mal keine Zeit dazu und bis er Chance gehabt hätte, gelang es uns, unseren Simulacra zu entfliehen: Der Hort der Sünden, der einst die Stadt gewesen, so erfuhren wir, war der Realität entrissen worden und ganz an anderem Ort im Metakosmos untergebracht worden. Wir hatten die Blaue-Pille-Rote-Pille-Wahl im übertragenen Sinne, entschieden uns die Matrix zu verlassen und krabbelten am Kabel entlang aus dem Kaninchenbau heraus – so, genug Intertextualität für den Moment – und kamen mehr oder weniger bei Dante an.
Die nWoD hat einen recht starken Bezug zu den Todsünden und dementsprechend plante Matthias, uns einmal die göttliche Komödie entlang mit eben denen zu konfrontieren. Das „Setting“ der ersten Sünde, es dürfte Maßlosigkeit gewesen sein, spielten wir auch noch, dann erlegten äußere Umstände, Umzüge und Arbeitszeiten diese Runde ganz.

Am Spieltisch war Die Stadt eigentlich drei Dinge auf einmal: Eine nihilistisch-misanthropische Verkehrung unserer Gegenwart, ein „Was ist real?“-Setting innerhalb der gleichen Grenzen (mit der Anmerkung, das so etwas wie „Matrix“ am Spieltisch weitaus stärker wirkt, wenn Morpheus nicht in der zweiten, sondern der zehnten Sitzung seinen Anruf tätigt) und eine ausgesprochen spannende Adaption der göttlichen Komödie.
Diverse Begleitumstände aber sorgten dafür, dass Die Stadt niemals erscheinen sollte.
Kommendes Wochenende ist die von uns mit organisierte Dracon V in Monschau; ich werde in den kommenden Tagen noch ein paar Infos dazu geben.

Bis dahin viele Grüße und alles Gute,
Thomas

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3 Antworten to “Downloads die es niemals gab: Die Stadt (nWoD)”

  1. greifenklaue Says:

    Schade, klingt eigentlich interessant. Diese Rubrik habt ihr aber auch zum Leser quälen erfunden, oder?

  2. Markus Says:

    Jup, eigentlich wirklich schade…war nicht nur spielerisch eine nette Runde die viel Spaß gemacht hat.

  3. Thomas Michalski Says:

    Nee, eigentlich gar nicht zur Qual. Es gab da für uns zwei Gründe, diese Rubrik zu machen – einerseits um unsere eigene Qual über all diese Karteileichen irgendwie zu lindern, und andererseits die Hoffnung, dass anderen vielleicht auch gute Ideen zu diesen Grundkonzepten einfallen…

    Viele Grüße,
    Thomas

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