Archiv für Juni 2009

Warum das ganze Rechtswirrwarr?

Juni 22, 2009

Morgen zusammen!

Vergangenes Mal erwähnte ich ja bereits, dass wir uns relativ viel Aufwand machen indem wir für verschiedene Projekte nicht nur in GbRs arbeiten – das tut man ja, qua definitionem, sehr schnell, wenn man sich für etwas zusammenschließt – sondern das auch schriftlich fixieren. Warum nur, fragt man sich?

Das Schlüsselerlebnis kam nicht aus den eigenen Reihen, sondern aus einem befreundeten Verein. Der dortige Webmaster hatte die Seite des Vereins mehr oder weniger im Alleingang erstellt, vom Code bis zum Design. Als er sich dann eines Tages mit dem Verein überwarf, kam es zu einer durchaus rechtlich grauen Situation, denn er forderte, dass sein geistiges Eigentum dem Verein nicht mehr zur Verfügung stünde. Der Verein argumentierte, es sei ja eine Leistung gewesen, die für den Verein erbracht worden wäre, er hielt dagegen.
Wir bekamen das mit und beschlossen, da unsererseits eine Lektion daraus zu ziehen. Zwar sind wir bei der DORP, und hier klopfe ich auf Holz, jetzt schon lange zehn Jahre frei von jedwedem Streit auf Kindergarten-Niveau, aber man weiß es ja nie. Der Teufel ist ein Eichhörnchen, sagt man in der Eifel. Also setzten wir uns mal mit einem befreundeten Juristen hin und erschufen, was den klangvollen Namen „Vertrag zur Begründung der DORP GbR“ heißt. Darin regelten wir recht explizit wer welche Rechte an wen überträgt und wie die Rechte von der DORP verwaltet werden (können).Das ist dahingehend recht schwierig zu machen, als dass die GbR zwar durch das BGB unterfüttert, aber in ihrem Status als Rechtsperson zumindest angreifbar ist. Mehr noch: Bei einer normalen GbR zerbricht das gemeinsame Besitzverhältnis, wenn ein Gesellschafter die Gruppe verlässt und das, was gemeinsamer Besitz war, wird zu gleichen Teilen auf die Personen verteilt ausgeschüttet. Das wäre gerade in unserem Sinne aber sehr heikel geworden, denn gerade in dem Falle, der uns als Präzedenzfall diente, hätte uns der GbR-Vertrag gar nichts gebracht. Da sich aber andere Rechtsformen aus jeweils anderen Gründen, seien es nun Kosten, Voraussetzungen oder Arbeitsaufwand, alle von selbst erledigten, blieben wir bei unserer getreuen Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Das Endprodukt ist ein gar nicht mal so kurzer Vertrag, der aber zumindest allen Beteiligten seither als Leitfaden dienen konnte.

„Xoro“ drehten wir dann einfach so, ohne Verträge. Als wir uns dann aber mit Eifelarea Film an „Verfluchte Eifel“ wagten, beschlich uns das gleiche ungute Gefühl noch einmal. Also haben wir den GbR-Vertrag der DORP mehr oder weniger adaptiert und damit unser zweites, großes Standbein ebenfalls in Stein gemeißelt.
Andere Sublabels von uns laufen dagegen nach wie vor auf Vertrauensbasis, beispielsweise DORP TV oder die mit der DORP nur entfernt verwandte Sinnstifter-Aktion. Da hingegen, wo Rechte übergreifend genutzt werden – beispielsweise bei meiner dieses Jahr noch erscheinenden Novellen-Sammlung „Verfluchte Eifel“, die natürlich auf den VE-Stoff von Eifelarea Film zurückgreift – sind dann auch wieder Verträge aufgesetzt worden.

Der Aufwand ist, alles in allem, weniger immens, als man das vielleicht jetzt meinen sollte nach dem, was ich hier alles aufgezählt habe. Aber das gute Gefühl, das es mit sich bringt, sich zumindest rudimentär abgesichert zu haben, das ist gut. Ich sage bewusst rudimentär, denn auch uns ist klar das keiner der obigen Verträge etwas ist, was einem versierten Juristen standhalten könnte. Aber zumindest solange das außen vor bleibt, sollten wir für eventuelle Querelen halbwegs gesichert sein. Und irgendwo, am Ende des Weges, ist und bleibt die DORP für uns ja auch sowieso ein Hobby. Ein sehr zentrales in unser aller Leben, aber ein Hobby.

Viele Grüße,
Thomas

Wenn die DORPler sich zur Konferenz treffen

Juni 15, 2009

Hallo zusammen!

Vielleicht habt ihr es ja gestern schon auf der Hauptseite gesehen – wir haben diese Woche das reguläre Update zu Gunsten einer kleinen, internen Konferenz ausfallen lassen. Was das im Detail bedeutet? Eine Gruppe Nerds trifft sich beim DORP-Geschäftsführer, also mir, hängt da den halben Tag aus, grillt, schaut eigene Filme und plant zwischendurch ein wenig, was die zweite Hälfte des Jahres 2009 so bringen soll.

Dabei ging es dieses Mal weniger um Downloads und deren genaue Ausgestaltung, sondern viel grundlegendere Fragestellungen. Ein solcher Faktor stellen unsere ganzen Labels und Sublabels dar. Wir haben es nun endlich mal zu Papier gebracht und uns festgelegt, was mittlerweile eigentlich genau wozu gehört.

Im Endeffekt läuft es aber einfach darauf hinaus, dass unser Filmlabel „Eifelarea Film“ jetzt auch offiziell eine Tochter der DORP ist, was vor allem intern allerlei Verwaltungsarbeit spart. Die Rechte und Verträge bleiben aber ebenso unabhängig voneinander wie auch die Web-Präsenzen. Im Endeffekt haben wir einfach interne Verwaltungsarbeit abgebaut.

Er einzige Unterschied nach außen hin dürfte sein, dass in Zukunft, ganz wie bei den Profi-Fusionen, unter Eifelarea Film- und Heuler Pictures-Projekten jeweils kleingedruckt der Verweis auf die DORP zu lesen sein wird.
Die DORP ist die Mutter, die DORP ist der Vater.

So, neben dieser geballten Langeweile der Rechtsverwirrung haben wir aber auch schönere und kreativere Sachen gemacht. So haben wir nun erstmals „Die 1W6 Freunde und der Bauchladen des Zigeuners“ mit verteilten, wenn auch noch nicht vollständigen Rollen gelesen. Es freut mich sehr, in diesem Kontext sagen zu können, dass es auch laut gelesen gut funktioniert, es allen Beteiligten Spaß gemacht hat und dass wir, sicherlich die wichtigste Information für Außenstehende, auch bereits Pläne zur konkreten Produktion gefasst haben.
Gleiches gilt für „Ein Fall für alle Fälle“, das wir in seinen Produktionsschritten nur noch mal neuerlich abgenickt haben.

Wir sprachen dann weiterhin kurz über die Feencon und unseren Stand da, sowie über vieles, was mit unseren weiteren, großen Enthüllungen für dieses Jahr zu tun haben wird. Poster, Designs, auch hier noch mal viel Rechtliches standen auf dem Plan. Wir hatten zwar unseren Spaß, aber rein inhaltlich war es tatsächlich teilweise etwas trockener als sonst bei uns heute.
Warum wir uns so scheinbar unnötig viel Mühe mit den ganzen Rechtlichkeiten machen?
Ich denke, das wiederum ist durchaus mal einen eigenen Artikel wert…

Ich wollte jedenfalls hier auch kurz erläutern, was uns diese Woche vom Update abgehalten hat; insbesondere für den „Bauchladen des Zigeuners“ war eine möglichst zeitnahe Abwicklung des Treffens auch einfach wichtig, damit das Teil dieses Jahr möglichst bald fertig werden kann.

Viele Grüße,
Thomas

Blog der verlorenen Geschichten

Juni 5, 2009

dorp10Lang ist die Geschichte der DORP und kurvenreicher als manch berühmtes Model. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass es einige Inhalte gibt, oder vielmehr gab, die heute einfach nicht mehr zu erreichen sind. Genau diesen sei der heutige Jubiläumsartikel gewidmet.

Vieles von dem, was wir dereinst online hatten, ist eigentlich gar nicht mehr der Rede wert. Mittelprächtige, aber furchtbar veraltete Shadowrun-Abenteuer, einen wenig passablen DSA-Dungeon Crawl, ein vielleicht noch tragbares AD&D-Kampagnentagebuch und einige Earthdawn-Jugendsünden sind beispielsweise so Produkte, über den ich den türkisfarbenen Mantel des Schweigens mit Vergnügen ausbreite.

Aber es gibt da durchaus auch einige Relikte, an die ich gerne zurückdenke.

apokalypsecoverDas wohl größte Highlight für mich war die Warhammer-Kampagne „Apokalypse“. In ingesamt sechs Abenteuern erschien darin eine Geschichte von weltumspannender Tragweite (natürlich, wie auch sonst) rund um ein mögliches Ende der Alten Welt, kosmische Prophezeiungen und dunkle Omen.
Das Ganze war eingebettet in die Innere Feind-Kampagne spielbar, so dass das Finale kurz vor „Empire in Flames“ stattfinden konnte – sogar als möglicher Ersatz für „Something Rotten in Kislev“, auch wenn ich immer Spaß hatte an dem Pseudo-Russland-Exkurs der alten Kampagne. Zum Feeling der Alten Welt passte die Kampagne stellenweise eher wie Spargel zu roter Grütze, was dennoch nichts daran änderte, dass damals viele Leute scheinbar Spaß an meinem Werk hatten, weshalb sich Scorp das dann auch noch mal vorgenommen und neu gelayoutet hat.
Theoretisch hätte mit „Armageddon“ auch einmal ein Sequel erscheinen sollen, aber gemeinsam mit meiner damaligen Warhammer-Runde starb dann auch das.

Ebenfalls spannend war damals ein Shadowrun-Download, den wir „Ares Arms & Equipment Guide“ genannt hatten und der, wenn auch etwas wacklig in der Ausführung, vom Ansatz her durchaus spannend war: Es ging um Ausrüstung. Und das war, dem Titel zum Trotz, vor allem in Abgrenzung zu Waffen zu sehen, denn hier ging es eher um freakige Geräte, Gadgets und Chemikalien, die das Spiel würzen sollten.
Geschrieben ist es, wie so vieles aus der Frühzeit der DORP, von mir, illustriert aber leider auch. Bewaffnet mit irgendeinem uralten Render-Programm, das meine ich damals eine Graphiksoftware aus dem Aldi beigelegen hat, illustrierte ich, was das Zeug hielt. Die Bilder sind im Endeffekt ganz sicher nicht schön gewesen, aber hey, immerhin gab es da welche. War zu unserer Anfangszeit auch nicht immer so.
Aber ich bin schon ganz stolz, dass aus Runden, die teilweise zu meinem Leidwesen sehr auf „Boah, guck mal, ‘ne Panther Sturmkanone!“ fixiert waren, so etwas erwachsen ist.

Doch auch auf der Hauptseite selber gab es da so Bereiche, die heute über keinen regulären Gang mehr zu erreichen sind. Allen voran: die DORP-Doku. DORP-Doku, das war unser Chiffre für die satirischen Schwestern und Brüder unserer echten, redaktionellen Berichte. So gab es zu zwei Fahrten zum NordCon jeweils einen begleitenden Beitrag, in dem ein Mal Marcel und ein Mal Scorp ihre teils sehr zynischen „Urlaubsberichte“ einreichten. Als wir, inspiriert von den „Tales from the Floating Vagabond“ damals aus der seligen Wunderwelten, tatsächlich mal Schritte in eine Richtung gemacht haben, die wir LARP hätten nennen können, wenn wir uns getraut hätten, war die DORP-Doku dabei. Und als die alte WoD ein Ende fand, begingen Scorp, Marcel und ich die Trauerfeier würdevoll mit zwei Episoden Kindred: the Embraced, dem Hunter-Spiel für den GameCube und einem Kasten Cab. Und schrieben dann darüber.

All das, und noch viel mehr, ist heute nicht mehr zugänglich. Immer wieder fragen wir uns, ob wir das nicht ändern sollten. Im Falle der DORP-Dokus ist die Antwort da sogar offenkundig und wir werden es ändern, vermutlich auch noch in diesem Jahreslauf mit einem weiteren Sonderband zum Jubiläum.

Aber wie sieht es mit dem Rest aus?
Hättet ihr Interesse an inhaltlich mehr oder weniger aufpolierten Neufassungen von Werken wie der Apokalypse-Kampagne oder dem Gadget-Buch für Shadowrun? Das wäre jetzt eure Gelegenheit, hier oder per Mail eure Liebe für unsere Altwerke zu verkünden. Dann wandern sie vielleicht doch noch mal auf den Release-Plan.

Für heute sei mein Blick zurück auch schon beendet. Nächsten Monat geht es dann um ein ganz spannendes Thema: Die lange vergriffenen, streng limitierten Druckauflagen des DORP-Rollenspiels!

Viele Grüße,
Thomas

Die 1W6 Freunde und der Bauchladen des Zigeuners

Juni 2, 2009

Morgen zusammen!

Nachdem ich in der Vergangenheit ja immer eher vage blieb, wenn das Projekt betroffen war, so kann ich heute mal „Butter bei die Fische“ geben: Sprechen wir von unserem ersten, eigenen Hörspiel.

Unter dem Titel „Die 1W6 Freunde und der Bauchladen des Zigeuners“ planen wir derzeit ein waschechtes, eigenes Jugendetektive-Hörspiel ganz im Sinne all unserer großen Vorbilder, aber natürlich wie immer abgeschmeckt mit einer Priese typischem DORP-Humor (oder zwei davon).

Worum geht es? Die 1W6 Freunde Tom, Konrad, Waldemar genannt Klops und Gisela nebst Katze Emmy besuchen den Zirkus, der gerade in der Millionenstadt gastiert, als es dort zu einem Verbrechen kommt: Dem Zigeuner Bernd wird, der Titel deutet es bereits an, sein Bauchladen gestohlen. Der Dieb kann entkommen und die Polizei nimmt die Tat offenbar nicht ernst, so dass die 1W6 Freunde beschließen, selbst mal ihre Nasen in die Angelegenheit zu stecken.

Konzipiert wurde die Geschichte des „Bauchladens“ wie eigentlich alles bei den 1W6 Freunden von Markus, Ralf und mir, den eigentlichen Text habe ich verfasst. In seiner ersten Entwurfsfassung dürfte es so, wie es derzeit ist, noch etwas knapp sein, weshalb wir es über die kommenden Tage und Wochen noch etwas ausbauen wollen. Aber Fakt ist: Ich denke, bis Ende Juni steht das, was beim Film „kurbelfertiges Drehbuch“ heißt. Also eine fertige, so wie sie ist umsetzbare Fassung.
Worauf es uns bei der Konzeption und mir beim Schreiben dabei besonders ankam, waren die wohl auch fragwürdigsten Aspekte, die ganz besonders unsere Primärvorlage TKKG an den Tag legt. Unterschwelliger Rassismus und ein Frauenbild, das auch schon in den 80ern überholt war, dazu Dialoge in einer Jugendsprache, die so niemals und von keiner Jugend gesprochen worden ist. Wir haben versucht, so viel wie irgendwie möglich in die Handlung einzubetten, aber natürlich immer mit einem gewissen Augenzwinkern, denn wie soll ich sagen? Wir wissen es ja zumindest besser…

Und der weitere Zeitplan?
Mal schauen. Erfahrung mit Sprachaufzeichnungen haben wir ja spätestens seit wie „Xoro: the Eifelarean“ fast komplett nachvertont haben und da musste es sogar noch Bild- bzw. Lippensynchron sein. Insofern stehen wir der technischen Seite eher gelassen gegenüber. Schwieriger wird es vermutlich sein, die Sprecher alle zeitlich koordiniert zu bekommen. Zwar werden wie, natürlich, die meisten Rollen direkt aus der DORP besetzen, aber selbst da ist es mittlerweile eklig schwer geworden, gemeinsame Termine zu finden. Nach aktueller Planung wird Markus des Chef der Bande, Tom, sprechen, wohingegen unser Tom seine Stimme Waldermar, genannt Klops, leihen wird. Der kluge Kopf der Gruppe, Konrad, wird von mir gesprochen, während Néomi Gisela die Stimme leien wird. Die Katze Emmy zuletzt wird von Lina gesprochen. Zu den anderen Rollen äußere ich mich, wenn das Projekt fortgeschrittener ist.
Wir hoffen außerdem, das alles noch mit einem Sprecher von mehr Rang und Namen würzen zu können – aber dazu erst mehr, wenn ich die Sprachdateien sicher auf dem Rechner habe. Haben wir ja schon alles erlebt.

Alles in allem denke ich, dass „Die 1W6 Freunde und der Bauchladen des Zigeuners eine schöne, runde Sache werden wird. Verbleibt die Erscheinungsform. Wir werden das Hörspiel in jedem Fall kostenlos als MP3 bei uns auf der DORP zum Download anbieten. Anders ist für uns gar keine Option.
Allerdings denken wir darüber nach, Sammlern zumindest die Möglichkeit zum Sammeln zu geben und zusätzlich eine CD zum Selbstkostenpreis anzubieten, und sei es nur auf Cons. Unser Traum wäre natürlich, ganz getreu der Vorlage, auch eine MC anzubieten. Da allerdings müssen wir wohl selber noch mal drüber schlafen, ob das eine gute Idee ist und vor allem, wie viel Aufwand in der Umsetzung das für uns wäre. Nun denn, wir werden es sicherlich noch herausfinden.

Soviel also erst mal zu „Die 1W6 Freunden und der Bauchladen des Zigeuners“. Wir werden euch an dieser Stelle natürlich auf dem Laufenden halten, wie es damit voran geht sowie nach und nach weitere Einblicke in die Entstehung des Projektes geben.

Viele Grüße,
Thomas